McKinsey und ähnliche Organisationen verstaatlichen! Zentrum der Finanzkrise.

Eines haben die in Schieflage geratenen Banken und insolventen Unternehmen in der Finanzkrise anscheinend gemeinsam: sie werden von ehemaligen McKinsey-Beratern in Vorstands-Top-Management Positionen geführt und lange Jahre durch McKinsey Beraterteams strategisch beraten - gegen Millionenhonorare. McKinsey scheint eines der Zentren der Finanzkrise zu sein - vielleicht sogar eine Primärursache?
Update 05. Februar 2010 - die Skandale der HSH Bank werden untersucht. Die voll-staatliche Bank verlor Milliarden und wäre ohne immer weitere Staatshilfen bereits pleite. Ein Blick ins Management zeigt: auch hier ehemalige McKinsey Berater im Vorstand: Dr. Martin van Gemmeren und IT Vorstand Ulrich Voß - die HSH Nordbank soll 100.000.000 Euro in 2009 an die Berater verschleudert haben - berichtet die WELT im Dezember 2009.
Update 09. Januar 2010 - ein McKinsey Direktor packt aus: Insidergeschäfte im Zusammenhang mit dem verbrecherischen Hedge-Fonds Gründer Rajaratnam - siehe ABC News.
Update 11. Dezember 2009 - auch die Hypo Group Alpe-Adria, Milliardenloch für den Freistaat Bayern, war natürlich vor dem jetzt bevorstehenden Marktaustritt (Kosten: 6 Milliarden) von den Profis der Firma McKinsey beraten worden
Update November 2009 - das Beratungsopfer Quelle hat seinen Marktaustritt endgültig vollzogen. Schade für die mehr als 10.000 Arbeiter dort
Update 15. August 2009 - auch das langjährige McKinsey Beratungsopfer Arcandor ist insolvent. Eine Rettung "in einem Stück" ist nicht mehr möglich. Der Insolvenzverwalter stellt fest: „„Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden. In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört" - McKinsey ging für die gewohnt horrenden Honorare bei Arcandor ein und aus.
ACHTUNG!! - Auch SPD Kanzlerkandidat Steinmeier liefert sich (und unseren Staat?) den Beratern aus. Dazu in der FTD: "Bei Steinmeier ist das der McKinsey-Berater Markus Klimmer. Die beiden haben sich vor Jahren in der niedersächsischen Staatskanzlei kennengelernt, als sie gemeinsam ein Projekt durchzogen."
Update 8. Juli 2009 - der bankrotte Autobauer GM ließ sein Europageschäft seit Jahren durch den Ex-McKinsey Carl-Peter Forster führen. Der Europachef Forster gab noch Anfang 2008 bekannt: "Für die Marke Saab sieht Forster viel Potenzial" - Saab ist heute bankrott. Vor seiner Aufgabe als Europachef für die Bankrotte General Motors war Ex-McKinsey Forster jahrelang Chef der GM Tochter Opel, die ebenfalls kurz vor der Pleite steht. Noch 2004 blendete Forster mit nebligen Berater-Sprüchen: Abbau von Doppelfunktionen, Verschlankung, Umbau, Neuorganisation.
Update 2. Juni 2009 - der neue Hypo Real Estate Chef Wiandt gibt bekannt, daß auch unter seiner Führung Geld verbrannt wird. Wieandt gibt bekannt: Noch mehr Unterstützung vom Staat wird benötigt. - kurz im Kontext dieses Blog-Eintrages: auch Wieandt kommt natürlich vom Berater McKinsey - anscheinend dem Spezialisten für Markt-Austrittsorientierte Unternehmensberatung und -Berater.
Update 30. April 2009 - der Traditionshersteller Karmann (Hersteller so legendärer Cabrios wie des Karmann Ghia) ist insolvent. Auch bei Karmann hat die Unternehmensberatung McKinsey seit Jahren die Unternehmensstrategie mit bestimmt. Wie aus einer Publikation des Betriebsrates hervorgeht, wurden umfangreiche Beratungsaufträge schon seit Jahren vergeben. Das System "McKinsey" scheint meiner Meinung nach auch hier seine Wirkung entfaltet zu haben. Ich denke, daß die Hinweise, daß nicht nur der Staat, Banken und Ratingagenturen sondern besonders auch Unternehmensberatungen wie McKinsey zur Wirtschaftskrise beigetragen haben, verfestigt sich bei mir!
Update 9. Februar 2009 - Auch der Wäschehersteller Schiesser ist insolvent. Inwieweit in der Insolventen Firma in den letzten Jahren Unternehmensberater gewirkt haben, ist noch unklar.
Update 5. Februar 2009 - das deutsche Traditionsunternehmen "Märklin" ist insolvent. Der Insolvenzverwalter Pluta stellt laut Financial Times Deutschland fest: "Horrende Honorare für Berater sind nach Ansicht des Insolvenzverwalters der Grund für die Zahlungsunfähigkeit des Modelleisenbahnherstellers."
Bei der Analyse der Finanzkrise bin ich auf ein Faktum gestoßen: bei allen Unternehmen, die aktuell in eine dramatische Schieflage geraten sind oder sogar in die Insolvenz schlitterten, waren in den letzten Jahren Unternehmensberater an der strategischen und operativen Ausrichtung beteiligt. Bei den gravierendsten Fällen zeichnet die bekannte Unternehmensberatung "McKinsey" verantwortlich für jahrelange Beratungsaufträge.
- Dresdner Bank: Jahrelang war McKinsey die primäre Quelle der Unternehmensstrategie sowohl der Dresdner Bank (siehe kleines Beispiel hier) als auch des Mutterkonzerns Allianz (wo für einen McKinsey-Mann eigens ein Vorstandsressort eingerichtet wurde.)
- Lehman Brothers, Merryl Lynch und andere Wall-Street Unternehmen: Verbriefungen, Kreditspekulationen und alles, was jetzt als Quelle der Finanzkrise identifiziert wurde, entsprang anscheinend den Hirnen der McKinseyberater (siehe Quelle hier), die sich extreme Beraterhonorare und höchstbezahlte Bankmanagerposten sicherten (z. B. Lehman-Manager und McKinsey-Mann Bonacker, der bei der Pleitebank Lehmann als Spitzenmanager anheuerte - siehe Quelle hier)
- Auch das zusammenbrechende Unternehmen KarstadtQuelle ist wohl ein McKinsey-Opfer. Selbst der absurde Kunstname "Arcandor" scheint auf McKinsey-Geheiß entwickelt worden zu sein. Der McKinsey-Zögling Middelhoff - wahrscheinlich nach millionenschweren Beratungsaufträgen von McKinsey zum "CEO des Jahres" gekürt, musste das Unternehmen bereits verlassen - Insolvenz ist nicht ausgeschlossen! (Update Anfang August 2009 - Arcandor ist Insolvent!)
- Auch die Commerzbank ist eng mit McKinsey verbandelt. Einer der Partner von McKinsey-Deutschland ist der Schwager des Commerzbank-Vorstandsvorsitzenden Blessing. Er heißt Carl Wienandt und ist - wie könnte es anders sein, für die Beratung von Banken zuständig. Aber McKinsey steht der - zu 25% verstaatlichten - Commerzbank noch näher: Blessing selbst war Partner bei McKinsey ...
- Auch die Postbank, die gerade eine dramatische Gewinnwarnung herausgegeben hat, ist ein Beratungsopfer von McKinsey. Auch bei der Postbank hat McKinsey einen sog. Alumni (einen bei McKinsey gut vernetzten ehemaligen Mitarbeiter oder Partner) in Stellung gebracht: der alte und der neue Vorstandsvorsitzende sind McKinsey Leute.
- Auch im Hause Rosenthal, des gerade in die Insolvenz geschlidderten traditionsreichen Porzellanherstellers, oder des insolventen Wohnmobilherstellers Knaus-Tabbert scheinen Berater aus und ein gegangen zu sein.
Nun tut sich wieder so ein feiner McKinsey mit weiteren "guten" Ratschlägen hervor. In der Westdeutschen Allgemeinen schlägt er eine zweite Treuhandanstalt vor. Nach dem großen Erfolg der ersten Treuhand, die ebenfalls mit millionenteurer McKinsey-Hilfe an die Wand gefahren wurde, möchte sich McKinsey nun weiter eine goldene Nase mit der zweiten Treuhandanstalt verdienen.
Höchst bedenklich dabei kommt mir vor, daß der McKinsey-Mann direkten Zugang zu so hochrangigen Politikern wir Hr. Rüttgers hat - siehe WAZ - schlimm genug, daß diese Leute in der Wirtschaft ein fein orchestriertes Netzwerk unterhalten, um die Unternehmen maximal auszusaugen - mit der Nebenwirkung, daß das eine oder andere Untenehmen kurze Zeit später in Schwierigkeiten stecken kann oder vielleicht sogar kaputt geht (siehe Aufzählung oben). Daß aber auch die Politik von diesen Organisationen durchsetzt wird, Bilder einer Vertragsunterzeichnung mit den Nulleistern McKinsey und CapGemini hier, das halte ich für unseren Staat für höchst bedenklich!
Daher meine Forderung: wenn es schon nötig ist, Unternehmen zu verstaatlichen, dann sollte der Staat als allererstes dort ansetzen, wo die giftigen Rezepte für Finanzwirtschaft und Realwirtschaft gekocht wurden: bei McKinsey und den anderen "Managementberatungen" selbst. Ich bin für die sofortige Verstaatlichung von McKinsey sowie der sog. Beratungsunternehmen Boston Consulting, Roland Berger etc.. Das hätte neben der Auswirkung, daß die Schädigung von Unternehmen und Staat eingedämmt würde den Vorteil, daß sich die Öffentlichkeit ein Bild von den anscheinend haarsträubenden Methoden dieser Organisationen machen könnte.
Der anhaltende "Erfolg" von McKinsey taucht ab und an sogar in der Presse auf. Businessweek berichtete in 2002 von einer Reihe von Bankrotten ehemaliger Topfirmen, die jahrelang hohe Millionenbeträge an McKinsey für Beratung bezahlt hatten.
Eine weitere lesenswerte Meinung zu dem Thema finden Sie hier .
- Tobias Heinz's blog
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